Erlebnisse im Musterhauszentrum in Fellbach

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Unser erster Besuch in der Fertighauswelt in Fellbach war bereits im Frühjahr 2015. Damals wollten wir uns einfach einmal vorab informieren, uns ein Gefühl dafür schaffen, ob und wie wir bauen könnten. Wir hatten uns noch nicht einmal endgültig dazu entschieden wirklich zu bauen. Es sollte einfach ein Besuch werden, damit wir wissen auf was wir uns da einlassen.

Es fing damit an, dass man Eintritt von uns verlangte. Es erschien mir damals schon suspekt, warum wir Eintritt für eine Werbeveranstaltung zahlen sollten. Andererseits ist das auf einer Messe ja nicht viel anders. Also traten wir ein ins unbekannte Land der Fertighausanbieter, nachdem uns die Damen an der Kasse mit allerlei Infomaterial augestattet hatte. Alles im Detail zu beschreiben, jedes Gespräch wiederzugeben würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Das wichtigste wollen wir hier in Kürze zusammenfassen.

Das Negative zuerst:

  • Wo immer wir auch aufgekreuzt sind, wurden wir zunächst gefragt, ob wir bereits ein Grundstück hätten … am besten mit Unterlagen und Bebauungsplan. Da dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht so war, wurden wir nach dieser Auskunft meist mehr oder weniger direkt wieder aus dem Haus geleitet. Aussagen wie „Der Bebauungsplan gibt sowieso alles vor, was das Haus angeht.“ wurden uns als Begründung gegeben, warum es nicht Sinn machen würde weiter in die Tiefe zu gehen. Wir haben erst viel später erkannt, dass diese Mentalität uns bereits in dieser Phase viel Zeit gekostet hat. Viele Fragen, die wir später in kurzer Zeit klären mussten, hätten wir bereits viel früher vorbereiten und bedenken können. Vor allem wenn man die einzelnen Anbieter vergleichen will (was ohnehin super schwierig ist) wäre es da schon möglich gewesen sich diese in Ruhe anzusehen und gegenüber zu stellen.
  • Man fühlte sich manchmal nicht so wirklich ernst genommen als potentieller Kunde, der mehrere hunderttausend Euro auszugeben plant.
  • Das Problem an der Struktur der Fertighauswelt ist aus unserer Sicht die enorme Massierung vieler Fertighaushersteller und Ihrer Vertreter auf einem relativ engen Raum. Durch die große Konkurrenz und die direkte „Nachbarschaft“ der Hersteller werden Verhaltensweisen gefördert, die für Verkäufer schon ohne diese Situation schwierig sind. Für uns war es immer ein schlechtes Zeichen, wenn der Verkäufer anstatt die Vorteile seines Herstellers hervorzuheben anfing die anderen runter zu machen. Das Beraten sollte sich auf objektive Vorbereitung und Erläuterung der Angebote des Herstellers beschränken.
  • Es ist klar, dass in einem derartigen Zentrum alle Hersteller alles auffahren, was sie in Ihrem Portfolio haben. Nur leider verbaut das dem Interessenten den Blick auf die Standards des Herstellers, was dann bei der Bemusterung eventuell zu einigen Überraschungen führen kann. Wohl dem, der einen Hersteller wählt, der eine Vorbemusterung ermöglicht. Diesen Punkt würden wir bei jedem Anbieter ansprechen, wenn wir nochmals von vorn anfangen würden.
  • Anhand der Häuser allein kann man sehr schwer vergleichen, welcher Anbieter in Frage kommt, und welcher nicht. Erschwerend hinzu kommt, dass die wenigsten Anbieter Preise in irgendeiner Form angeben. Es ist auch unmöglich an einem Tag wirklich bei allein Anbietern vorbei zu gehen. Sinnvoll ist es deshalb bereits gezielt einige Anbieter anzusteuern, die man recherchiert hat.

Jetzt mal das Positive:

  • Der Vorteil der Fertighauswelt ist die Vielzahl der Musterhäuser und Anbieter vor Ort. So kann man sich doch recht schnell mal einen gewissen Überblick verschaffen wen es gibt und wessen Konzept einem selbst zusagt. Um eine umfassende Recherche der Anbieter im Internet kommt man aber nicht drum herum.
  • Es ist interessant die vielen architektonischen Umsetzungen und Elemente zu sehen und zu vergleichen, so dass auch „Nicht-Architekten“ eine Vorstellung von „Ihrem“ Haus entwickeln können.
  • Was die neuen Heizungssysteme angeht, hat man die Möglichkeit selbst zu erleben, wie diese funktionieren … vorausgesetzt man plant seinen Besuch zu einem Termin während der Heizperiode. Für uns, die wir mit Öl-Heizungen aufgewachsen sind, war sehr wichtig diese neue Technologien in Aktion zu fühlen, zu hören und begutachten zu können.

Es gibt also durchaus Vor- als auch Nachteile, die man vorab für den Besuch berücksichtigen sollte. Kommen wir deshalb zu unserer Empfehlung für Euren ersten Besuch dort:

  1. Lasst euch nicht gleich abwimmeln, wenn Ihr noch kein festes Grundstück habt, sondern fragt die Vertreter Löcher in den Bauch. Am besten Ihr bringt bereits einen Fragenkatalog mit, den Ihr Euch vorher überlegt habt.
  2. Fragt bereits beim ersten Gespräch nach einer Bauleistungsbeschreibung und lasst euch wenn möglich einen Werkvertrag aushändigen, damit Ihr die Standards und das Kleingedruckte in Ruhe lesen und mit den anderen Anbietern vergleichen könnt.
  3. Versucht bereits eine Handvoll Anbieter herauszusuchen, die Ihr direkt ansteuern könnt, um die Zeit möglichst effektiv zu nutzen. So irrt man nicht ziellos umher und „verirrt“ sich in das eine oder andere Musterhaus.
  4. Nehmt möglichst viele Unterlagen von den für Euch interessanten Anbietern mit.
  5. Versucht bei den interessanten Anbietern abzuklären, dass Ihr eine Vorbemusterung machen könnt. Hier könnt Ihr Euch ein besseres Bild machen, was Standard und was aufpreisige Elemente sind.
  6. Am Eingang gibt es kostenlose Fachzeitschriften, die interessante Artikel und Hinweise enthalten.

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